An dieser Stelle möchten wir Ihnen unseren Kunstmarkt etwas näher bringen.

In lockerer Reihenfolge präsentieren wir Ihnen in den nächsten Tagen hier Videos, Fotos und Texte zu den Künstlern und ihren ausgestellten Werken. Reinschauen lohnt sich!

Helmut Droll

Es stellt sich schnell die Frage, wie Kunst und Künstler mit dem Thema Natur umgehen sollen, die von unserer hemmungslosen Ausbeutungskultur existenziell bedroht ist. Anklagende Plakatkunst oder feinsinnige Schönheiten zeigen? Grundsätzlich sollte beides sein, denken wir. Helmut Droll ist ein Vertreter der feinsinnigen Kunst. Er stellt die unglaublichen Schönheiten seiner Protagonisten, ein Blatt, eine gelbe Rose, eine Rosengalle, in einer überzeugenden Präsenz in den Mittelpunkt seiner Auseinandersetzungen. Eine Schönheit, die jedermann festhalten will, jedermann bewundern will, heute, morgen und auch übermorgen. Der Gedanke dafür etwas zu tun, drängt sich aus diesen Arbeiten in den Kopf der Betrachter. Zumindest ist das erwünscht. Dann nämlich funktioniert dieser Ansatz von Kunst für die Natur.

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Helmut Droll: Herbstgold

2017, 50x50

Graffiato, Acryllack/Dibond

Helmut Droll: Rose II

2018, 50x50

Graffiato, Acryllack/Dibond

Helmut Droll: Rosengalle

2018, 50x50

Graffiato, Acryllack/Dibond

Lisa Wölfel

Was mich angeht, möchte man ein Statement zu den Arbeiten der jüngsten Künstlerin im Kreis der Galerie im Saal beginnen. Es sind ihre Fledermäuse, die Lisa malt und zeichnet. Tiere, von denen sie schon als Kind fasziniert war. Tiere, die heute in der Pandemie eine Bedeutung als Wirtstiere für das Virus bekommen. Nicht dass sie Menschen anstecken könnten, vielmehr sind die Tierchen gefährdet von uns angesteckt zu werden. Wie sehr wir mit allen Dingen der Welt verbunden sind und uns selbst überhaupt nicht außerhalb irgendeines Geschehens sehen dürfen, steckt in diesen kleinen, fast unscheinbaren Bildern.

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Lisa Wölfel: Flederbild V

2020, 30x30

Tusche, Buntstift/Papier

Lisa Wölfel: Flederbild IV

2020, 20x30

Tusche, Buntstift/Papier

Lisa Wölfel: Flederbild II

2020, 30x30

Tusche, Buntstift/Papier

Horst Ziegler

Von ihm sind drei Fotos in Schwarz-Weiß in der Ausstellung zu sehen. Drei Arbeiten aus der allerneuesten Serie. Horst Ziegler hat bis zu diesen Arbeiten seine fotografischen Abbildungen der Natur immer stark verändert, z.B. indem er sie zerschnitten und neu montiert hat, so, dass der Ausgangsgegenstand kaum mehr erkennbar war, aber neue gestalterisch fesselnde Bilder entstanden sind. Seit dieser neuen Serie verändert er an seinen sehr ausgesuchten Objekten nichts mehr. Er lässt sie unverändert, alleine mit fotografischen Mitteln konzentriert, ihre ganze Schönheit und Faszination entwickeln. Eine tiefe Verneigung vor der Schönheit der Naturdinge, auch der unscheinbaren, als Weg eben jenes Gefühl im Betrachter auszulösen, dass alles, was hier zu sehen ist, schützenswert ist, auch wenn es nur Straßenrandbegleitgrün (Amtsdeutsch) ist.

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Horst Ziegler: Wiesenbocksbart

2020, 50x40

Pigmentdruck

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Horst Ziegler: Fächerfarn

2020, 40x50

Pigmentdruck

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Horst Ziegler: Waldboden

2020, 50x40

Pigmentdruck

Werner Tögel

Als Auswahl aus dem sehr umfangreichen Werk des Künstlers Werner Tögel haben wir in unserem Weihnachtlichen Kunstmarkt Stadtimpressionen aus London und New York sowie Landschaften aus Eschenau und Landschaftsimpressionen von der Ostsee. Seine Stadtansichten werden geprägt vom abendlichen Lichtermeer, das Werner Tögel zu einem gleisenden Farberlebnis werden lässt. Die Stadt brennt im Lichtermeer der Reklame und Illumination. Dagegen stehen die ruhigen Ansichten einer Waldwiese in der Gemarkung Eschenau, wo Werner Tögel mit einem feinen Pinselstrich die Schwingung und Tiefe des Landstriches einfängt. Völlig anders die Landschaftsimpression des umgestürzten Baumes an der Ostseeküste. Die ganze Dramatik des Geschehens fängt der Künstler virtuos ein in seiner mehrschichtigen Malweise aus Collage, Acryl- und Ölmalerei.

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Werner Tögel: Strand-Baum (Poel)

2020, 95x115

Mischtechnik

Werner Tögel: Red Car

2020, 40x50

Mischtechnik

Werner Tögel: Kensington

2020, 40x50

Mischtechnik

Gerd Kanz

Er lässt Bildstruktur und Farbe in einem physikalischen Tanz der Materie diejenige Freiheit, die zu seinen feinen Farbspielen führt. In Holz geschlagenen Lineatur, rhythmisch oder figural ausgerichtet, gibt der Bildfläche jene Form und auch Hürde, in der sich die flächig auffliesende Farbe ihren Weg zueinander und voneinander sucht. Dazu kommt ein Spiel mit den Bildformaten, die als wesentliches Element der Bildgestaltung begriffen werden muss. Das nahezu überfliesend weite Spektrum seiner Farbpalette konzentriert sich einmal auf zarte Weißtöne und ein andermal auf Erdfarben und weiter auf eine kraftvolle Präsenz einer fast monochromen Farbgestalt.

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Zu sehen sind hier mehrere Arbeiten in verschiedenen Größen und Farbgebungen von Gerd Kanz

Öl auf Holz

Jürgen Hochmuth

Eine Idee beherrscht sein künstlerisches Schaffen für ein ganzes Künstlerleben: die Schutzbedürftigkeit des Menschen, der zum Überleben seine Fähigkeit braucht, sich eine eigene Welt zu schaffen. Die Kopfhäuser sind eine Verbindung zweier Stränge seines Lebenswerkes. Kopf und Helm als einfache Schutzelemente in einer grafisch-geometrischen Form mit variablen Farbenspektren und das Haus, stark reduziert und in Kunstformen transferiert, als die Geburtsstätte menschlicher Kultur. Jürgen Hochmuth liefert den Beweis des lebensnotwendigen Kulturschaffens des Menschen nicht ideologisch, sondern konkret.

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Jürgen Hochmuth:

Kopfhaus akrobatisch

2020, 70x50

Öl auf Leinwand

Jürgen Hochmuth: Aus der Serie Kopfhaus biometrisch

2018-20, 24x18

Öl auf Leinwand

Peter Wittstadt

Die Quellen und damit Ursprünge der Kunst liegen nicht in der akademischen Entfremdung, sondern in der Suche nach den frühesten Erscheinungen in den Kinderzeichnungen oder kindlichen  Bildfindungen. Diesen ist Peter Wittstatt mit seinen Zeichnungen, mit seine großformatigen Öl- und Acrylbildern und vor allem mit seinen bildhauerischen Werken, vor allem seinen Bronzen auf der Spur. Er fordert den Kunstbetrachter heraus, der das perfekte Kunstwerk in überkommenem Sinn erwartet, das perfekte Kunstwerk im unverkünstelten Fragment zu erkennen. Darf ein akademisch gebildeter Künstler malen wie ein kleines Kind?

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Peter Wittstadt

Verschiedene Bronzen mit Sockel

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Peter Wittstadt

ohne Titel

Farbe auf Papier