Peter Wittstadt (Karlstadt)

Es ist schon lange nicht mehr Peter Wittstadts Anliegen, der überkommenen Schönheit der Kunst seine Referenz zu erweisen. Er hat sich vor einiger Zeit auf die Suche nach den Anfängen menschlicher Bewusstwerdung gemacht und sich selbst in die Formenwelt kindlicher Ausdruckweisen versenkt. Das scheinbar Unvollkommene, Unvollendete prägt seine Arbeiten zwingend aus seiner Überzeugung heraus, dass gerade dies alle Möglichkeiten der Menschwerdung noch in sich trägt. Das Perfekte, Vollendete ist vielleicht dem Tod näher als dem Leben. Ein künstlerisches Wagnis, das oft angefeindet wurde und wird, weil es uns schwer fällt zu glauben, dass die perfekte Welt des schönen Scheins eben eine Scheinwelt ist. (Egon A. Stumpf)

Dem Idiotismus näher als dem Logismus

Die Teleologie als die Lehre von Zielgerichtetheit und Zielstrebigkeit jeder Entwicklung im Universum, der Schluss von der Ordnung der Welt auf eine zwecksetzende Vernunft, Realismus, Konkretismus, Konformismus wie die Vollkommenheit im Sinne eines klassischen objektiven Idealismus und seiner quantifizierten Helden stehen in Anbetracht unseres Geistes, Thymos und Nóos, aus anteilig seiner dysteleologisch subjektiven Betrachtungsweise dem geordneten Positivismus oder dem objektiven Idealismus der einen Wahrheit gegenüber.

Der, der Ordnung entgegnende Umbruch bereits bestätigter ordentlicher Welt, ist das Narrative, Irreale, bei Darwin das Fehlverhalten, welches in die Ferne greifend innovativ wird. Die Innovation, die Idee, die den Vergleich nicht kennt und somit aus irrealer metaphysischer Welt, als Imagination, Inspiration und Intuition ihren Anteil aus dem kognitiven unterernährten, infantilen Dilettantismus oder aus der Sicht der umgestürzten bekannten Relevanzen, die Irrelevanzen bewusst herausfordert, ist vornehmlich aus dem „Idio“, dem Selbst der Seele, der Authentizität aus unseres Subjektes Möglichkeit, neuer Idee zugesprochen. Dieser primordiale Zweig des Geistes, des Unbewussten unseres Denkens, wird vom intelligiblen, logischen oder kognitiven Großhirn, gerne dem Idiotismus zugesprochen. Während dieser Idiotismus im Sinne von Welt das Werden des Lebens garantiert, ist es im Sinne der Kunst, dass dieser die Echtheit garantiert, während das Falsifikat als Nachahmung bestehender Ordnung, die konform einer reflexiven kognitiven Sicht der Wahrnehmung, der oben genannten Teleologie näher steht.

„Der Gestus braucht keine Schule zu seiner Verteidigung, er braucht die Abwesenheit jeder Schule zu seiner Verwirklichung.“ (Jean-Francois Lyotard)

Peter Wittstadt, Mai 2020

www.peter-wittstadt.de

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Im Atelier 

Foto: Johanna Wittstadt

Peter Wittstadt -Brum(m), Brum(m) 2018,

Peter Wittstadt

Brum(m) - Brum(m)

2018, Farbe auf Papier, 100x70

Peter Wittstadt -Pingu- 2018, Farbe auf

Peter Wittstadt

Pingu

2018, Farbe auf Papier, 100x70